Familien im TUS: Familien Maurer

08.12.2014

Aus unserer Reihe TUS-Familien porträtieren wir Familien die über Generationen hinweg eng mit dem TUS verbunden sind und die Entwicklung des Vereins prägten. Heute stellen wir vor:

Beatrix Maurer

TUS: Du bist ohne Frage die erfolgreichste Sportlerin im TUS, wann hast du mit dem Turnen angefangen?

Beatrix: Ich war sechseinhalb Jahre alt. Vor der Einschulung konnte man damals nicht turnen also musste ich warten bis ich Schülerin wurde.

TUS: Wusstest du gleich, dass Turnen deine Leidenschaft ist?

Beatrix: Ich kam zum Verein weil es eben damals sonst keine andere Möglichkeit gab Sport zu treiben. Anfänglich beteiligten wir uns an Bergläufen. Ab 1964/65 war Emil Rupp Trainer für Herren und für uns Damen.

TUS: Wann absolviertest du deinen ersten Turnwettkampf?

Beatrix: Mein erster war in Waldkirch im Jahr 1968 als ich elf Jahre alt war. Mein Bruder Heinz Zängle und ich wurden 1969 Gausieger beim Gauturnfest in Emmendingen. An diesem Tag war auch die Wiederwahl des Bürgermeisters Alfred Stehlin. Trainer Emil organisierte kurzerhand eine  Glückwunschrede. Als Vertreter des TUS gratulierten Emil, Heinz und ich noch im Sportdress mit Medaillen und Siegerkranz.

TUS: Dies war dein Start in eine erfolgreiche Turnerlaufbahn mit vielen Gausiegen?

Beatrix: Es gab öfters Gauwettkämpfe, viel mehr als heute. Im Jahr 1969 erreichte ich bei drei Gauwettkämpfen den ersten Platz. 1971 bei den Kunstturn Meisterschaften in der Mannschaft qualifizierten wir uns in der Kür für die Badischen Meisterschaften in Mosbach. Das waren Christel Weichner, Claudia Duri, Andrea Rupp und ich. Wir gingen als Sieger nach Hause.  

TUS: Wie oft hattet ihr Training?

Beatrix: Trainiert wurde drei Mal die Woche. Auch am Sonntagmorgen. Da ging‘s zuerst in die Frühmesse und gleich anschließend zum Training. Die Wettkämpfe waren zumeist samstags und sonntags.

TUS: Und das Training wurde mit vielen  Auszeichnungen belohnt?

Beatrix: Mit 17 wurde ich badische Meisterin im Kür-Vierkampf beim badischen Landesturnfest in Offenburg. Da hatte ich noch am Vormittag des Wettkampftages meinen letzten Prüfungstag in der Wirtschaftsschule.

TUS: Der Verein hatte zu dieser Zeit einige erfolgreiche Turner und Turnerinnen?

Beatrix:  Zweimal stellten wir fünf Gausieger, im Jahr 1975 beim Gauturnfest in Lahr erreichten Jürgen Rupp, Emil Rupp, Andrea Rupp, Werner Früh und Ich den ersten Platz. Dann im Jahr 1989 konnten ein weiteres Mal fünf Turner vom TUS die Medaille für den Gauturnsieg tragen. Das waren Heinz und Beatrix, Werner Früh, Jürgen Rupp und Rudolf Kunzweiler. Der Verein erhielt einen Pokal für ausgezeichnete Leistungen. 

TUS: Zusammen mit deinem Bruder Heinz wart ihr nicht nur im Verein das erfolgreichste Turner – Geschwisterteam.

Beatrix: Heinz ist 1980 mit der Kunstturnmannschaft in die Landesliga aufgestiegen, gleichzeitig wurde er Badischer Meister am Seitpferd. 1984 erreichten die Turner die Mannschafts-Meisterschaft in der Landesliga und der Aufstieg in die neue BW-Oberliga folgte. 1989 wurde Heinz Gausieger in Waldkirch und 1990 sowie 1996 turnte er sich mit exzellenten Leistungen zum badischen Seniorenmeister.   

TUS:  Du hast zwischenzeitlich geheiratet, zwei Kinder bekommen, warst nebenbei Übungsleiterin einer Turngruppe und absolviertest den Lehrgang für Übungsleiter im allgemeinen Geräteturnen. Wie konntest du alles miteinander vereinbaren?

Beatrix: Mein Mann Werner, der selber lange im TUS Handball spielte, und meine Eltern unterstützen uns zu jeder Zeit. Das war sehr wertvoll. Außerdem waren sie unsere größten Fans.

TUS: Mit deinem ersten Sieg bei einem deutschen Turnfest kamen deine größten Erfolge erst noch?

Beatrix: Ich wurde dreimal Turnfestsiegerin bei deutschen Turnfesten 1994 in Hamburg,  1998 in München und 2002 in Leipzig.  

 

TUS: Du erhieltest für deine sportlichen Leistungen mehrere Auszeichnungen?

Beatrix: Im Jahr 2004 erhielt ich die Sportlerehrung der Gemeinde Rheinhausen und die Jahnplakette durch den TUS Oberhausen.

TUS: Bis zum heutigen Tage bist du Übungsleiterin und Sportlerin. Daneben führtest du eine neue Sportaktivität ein. Das „Rope Skipping“. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Beatrix:  Rope Skipping ist ein freches, schwungvolles Seilspringen mit fetzigem Beat. Bei diesem Tanz mit dem Seil werden immer neue „Stunts“ ausprobiert. Es entwickeln sich Ausdauer und Geschwindigkeit. Ich sah es in München beim dt. Turnfest und war sicher dies im TUS verwirklichen zu wollen. Dazu kaufte ich mir eigens die Seile und stellte mit meiner Gruppe zum Bunten Abend, beim 80-jährigen Vereinsjubiläum  und beim Kreisfeuerwehrtag der Senioren gekonnte Darbietungen vor.

TUS: Seit 2006 bietest du Nordic Walking Kurse an. Auch diese Sportart erlerntest du beim Deutschen Sportbund und bist seither ausgebildete DTB-Kursleiterin NW Beatrix: Das Nordic Walking als Gesundheits-sport ist für jedes Alter geeignet. Es entstand als Sommertraining für Skiläufer. Weil es an der frischen Luft die Kondition trainiert ist es für Wohlbefinden und Fitness eine beliebte Sportart. Jedermann ist herzlich eingeladen zu meinen regelmäßigen NW-Treffs an Samstagen von 16:00 – 17:00 Uhr. Freitags vormittags biete ich speziell für Senioren und Seniorinnen einen NW-Treff an. Dieser findet von 8:00-9:00 Uhr  statt.  

TUS: Sowohl du, als auch dein Mann sind bzw. waren ehrenamtlich im Vorstand tätig.  

Beatrix: Werner führte von 1983 die Vereinskasse bis zur Kassentrennung im Jahre 1990 in Handball- und Turnerkasse. Ich war von 2006-2009 Jugendleiterin in der Turnabteilung.  Ohne seine Unterstützung und sein Verständnis wäre dies alles nicht möglich gewesen.  

TUS: Deine Schülerinnen erzielten mit ihren Turndarbietungen bei Schauturnen und Gauwettkämpfen gleichermaßen beachtliche Erfolge.

Liebe Beatrix, bleib einfach genauso wie du bist. Vielen lieben Dank für alles!!

 

mit Beatrix Maurer sprach Irmi Schuler

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