Familien im TUS: Familien Rupp

11.09.2014

Aus unserer Reihe TUS-Familien porträtieren wir Familien die über Generationen hinweg eng mit dem TUS verbunden sind und die Entwicklung des Vereins prägten. Heute stellen wir vor:

Jürgen Rupp

TuS: Um deine turnerische Laufbahn zu beschreiben, muss man wohl zurückschauend bei Emil Rupp, deinem Vater, beginnen, der sein ganzes Leben im TuS aktiv war?

Jürgen: Er war aktiver Turner, Trainer, Vorstandsmitglied und anfänglich auch Handballer im TuS. Im Alter von 25 Jahren übernahm er das Amt des Schülerturnwarts und ab 1956 war er Turnwart. Anschließend hatte er bis 1978 das Amt des Oberturnwarts inne. Die drei Seenachtsfeste, welche 1966, 1971 und 1976 durchgeführt wurden, initiierte Emil Rupp. 1994 wurde er zum Ersten Vorsitzenden der Altersturnvereinigung im Breisgauer Turngau gewählt. In den 1960 und 1970er Jahren trainierte er sehr erfolgreich dreimal wöchentlich gemeinsam die Turnerinnen und Turner in der Schulturnhalle.

TuS: Wann fing bei dir die Sportlerlaufbahn an?

Jürgen: Schon als kleiner Knirps im Alter von sieben Jahren lief ich bei Volks- und Bergläufen mit. Ab 1971 besuchte ich Kurse in der Steinbacher Sportschule und ein Jahr später durfte ich erstmals an einem Gauturnfest teilnehmen, welches früher noch im Freien stattfand. In der Turnmannschaft bin ich für den TUS bis 1986/87 in der Bezirksliga, Landesliga, Verbandsliga und in der Oberliga Baden-Württemberg gestartet. 

TuS: Mit der Schulturnriege warst du auch zu Wettkämpfen gereist?

Jürgen: Erstmals im Jahr 1974 war ich mit dem Gymnasium Kenzingen in Berlin beim Finale von ‚Jugend trainiert für Olympia‘. Im Mai 1977 standen wir ebenfalls im Finale, und errangen im Wettkampf aller Schulen Deutschlands, den dritten Platz. 

TuS: Deine Geschwister waren auch aktive Turner?

Die Mannschaft des Gymnasium Kenzingen bei Jugend trainiert für Olympia in Berlin 1974

Jürgen: Zusammen mit meinen Geschwistern Andrea und Wolfgang wurden wir von unserem Vater Emil trainiert. Andrea turnte schon im Alter von 10 Jahren und erreichte 1971 die Mannschaftsmeisterschaft im Kunstturnen. Mein Bruder Wolfgang hat im Leistungsturnen in der Landes und Verbandsliga in der ersten Mannschaft bis 1988 geturnt.  

TuS: Bei einem Gauturnfest hatte die Familie Rupp einen besonderen Dreifachsieg erturnt?

Jürgen: Ja, das war im September 1975 beim Lahrer Gauturnfest. Meine Schwester Andrea, mein Vater Emil und ich wurden jeweils Turnfestsieger. Das war schon was Besonderes; drei erste Plätze in einer Familie.

TuS: In deiner Familie wurde nicht nur geturnt, ihr wart alle auch ehrenamtlich stets engagiert im TuS?

Jürgen: Genau wie unser Vater waren auch wir Kinder regelmäßig bei jeder Veranstaltung tatkräftig dabei. Viele Thekendienste in der TuS-Bar und an den Gassenfesten waren so selbstverständlich wie die zahlreichen Auftritte bei den Bunten Abenden und den Fastnachtsumzügen. Vom Nachrichtensprecher am Bunten Abend bis zum Stuhlakrobat hatte ich auch immer viel Spaß. Unsere Mutter Elfriede begleitete uns zu den Wettkämpfen und Festen. Wir konnten immer mit Ihrer Unterstützung rechnen. Es drehte sich schon vieles immer um den TuS, das Vereinsleben war stets sehr präsent. 

TuS: Durch die Seenachtsfeste war der finanzielle Grundstock zur Erbauung des Handballplatzes geschaffen. Dies waren jedoch nicht die einzigen Events aus dieser Zeit.

Jürgen: Viele TuS-Veranstaltungen unterstütze mein Vater in vielfältiger Weise. Von der Idee über die Umsetzung bis zur Finanzierung war er aktiv beteiligt. Oft hatte er die nötigen Kontakte, konnte Firmen ansprechen, organisierte Tombolas und vieles mehr.

TuS: Emil war für den TuS ein vorbildlicher Sportler und Vereinskollege. In seiner Regie sind viele Events kreiert worden. Woher hatte er seine Inspirationen und Kontakte?

Jürgen: Mein Vater war im Badenwerk, heute EnBW, Technischer Leiter bis zu seiner Pensionierung. Dadurch hatte er einen engen Kontakt zum Europa Park. Aus dieser Zusammenarbeit entstand eine gute Bekanntschaft mit der Familie Mack. Hierdurch konnte er technische Gerätschaften, Kulissen, Strahler, Tontechnik und vieles mehr vom Park ausleihen. Das waren wertvolle Equipments mit denen so manche Veranstaltung erst durchgeführt werden konnte. Emil vermittelte dem TuS auch Artisten. So konnte er zum Beispiel vom Europa Park zum 75 jährigen Jubiläum des TuS die sogenannten „Schlangenmädchen“ vom chinesischen Staatszirkus ausleihen. Das waren hochkarätige Akrobatinnen wie sie in Rheinhausen zuvor nie gesehen waren.

Jürgen Rupp

TuS: Durch die Seenachtsfeste war der finanzielle Grundstock zur Erbauung des Handballplatzes geschaffen. Dies waren jedoch nicht die einzigen Events aus dieser Zeit.

Jürgen: Viele TuS-Veranstaltungen unterstütze mein Vater in vielfältiger Weise. Von der Idee über die Umsetzung bis zur Finanzierung war er aktiv beteiligt. Oft hatte er die nötigen Kontakte, konnte Firmen ansprechen, organisierte Tombolas und vieles mehr.

TuS: Emil war für den TuS ein vorbildlicher Sportler und Vereinskollege. In seiner Regie sind viele Events kreiert worden. Woher hatte er seine Inspirationen und Kontakte?

Jürgen: Mein Vater war im Badenwerk, heute EnBW, Technischer Leiter bis zu seiner Pensionierung. Dadurch hatte er einen engen Kontakt zum Europa Park. Aus dieser Zusammenarbeit entstand eine gute Bekanntschaft mit der Familie Mack. Hierdurch konnte er technische Gerätschaften, Kulissen, Strahler, Tontechnik und vieles mehr vom Park ausleihen. Das waren wertvolle Equipments mit denen so manche Veranstaltung erst durchgeführt werden konnte. Emil vermittelte dem TuS auch Artisten. So konnte er zum Beispiel vom Europa Park zum 75 jährigen Jubiläum des TuS die sogenannten „Schlangenmädchen“ vom chinesischen Staatszirkus ausleihen. Das waren hochkarätige Akrobatinnen wie sie in Rheinhausen zuvor nie gesehen waren.

Jürgen Rupp

Emil Rupp  mit chinesischen Schlangenmädchen /

Rudolf Kunzweiler

TuS: Euer Vater besuchte bis zuletzt jedes Handballspiel?

Jürgen: Er hatte viel Freude am Handballsport. Als Ehrenmitglied wirkte er immer verbindend zwischen den Abteilungen. 

TuS: Auch du warst vielfältig in der Vorstandschaft des TuS aktiv?

Jürgen: Ich war von 1984 bis 1990 Schriftführer im Gesamtverein, von 1991 bis 2008 in der Turnabteilung. Genauso lange war ich auch Pressewart der Turnabteilung. Diese Ämter umfasste weit mehr als das Wort sagt. Zu jeder Veranstaltung waren freiwillige Helfer beim Thekendienst zu suchen und einzuteilen, der Kulissenbau, die Bühnenassistenz, und vieles mehr gehörten neben einem Turnauftritt zu meinen Aufgaben. Für die Turnfeste managte ich das Meldewesen.  

TuS: Die TuS Chroniken sind unter deiner Feder entstanden, wie bist du das angegangen?

Jürgen: Für die Erstellung der Vereinschroniken war monatelange Arbeit angesagt. Es gibt eine erste Chronik, entstanden zum 60 Jährigen TuS-Jubiläum, und eine große Chronik zum 80 jährigen TuS-Jubiläum. Viele Protokolle und alte Aufzeichnungen mussten durchgearbeitet werden. Sehr hilfreich waren die Informationen von Emil Rupp und Erwin Moser. Ansonsten galt es einlesen, sortieren, chronologisch ordnen und übersichtlich aufführen. Die Mannschaft des TuS 1978 beim ersten Platz in Ottenheim

TuS: Aus dem aktiven Turnen hast du dich nun verabschiedet?  

Jürgen: Mein letztes Landesturnfest war in 2006 Heidelberg. Danach hörte ich mit dem aktiven Mannschaftssport auf. Nur bei verschiedenen Schauturnen und ‚Bunten Abenden‘ trat ich noch auf. Die ‚Bunten Abende‘ waren aus sportlicher Sicht für mich die Höhepunkte mit viel Spaß und Inspirationen. 2008 hab ich dann mit dem Turnen ganz aufgehört. Dem TuS bin ich, genau wie meine Geschwister, als passives Mitglied nach wie vor treu. 

Die Mannschaft des TuS 1978 beim ersten Platz in Ottenheim

TuS: Heute widmest du dich mehr der Vogelkunde und dem Naturschutz?

Jürgen:  Meine Passion ist die Vogelkunde. Für den NABU bin ich zuständig für den Schutz der Elzwiesen. Ich betreue dieses Gebiet schon seit vielen Jahren. Ich bin Mitautor des naturwissenschaftlichen Buches „das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Elzwiesen“ welches 2009 vom NABU mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Freiburg aufgelegt wurde. Es ist ein sehr informatives, mit vielen schönen Bildern, bestücktes Nachschlagewerk.

TuS: Lieber Jürgen, der TuS bedankt sich ganz herzlich bei dir für unzählige, engagierte Einsätze während der ganzen Zeit. Die Familie Rupp ist zweifelsohne eine echte TuS Familie die mit ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten die Geschicke des Vereins über Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet hat.  

 

Das Gespräch mit Jürgen Rupp führte Irmi Schuler

Jürgen Rupp beim Bunten Abend Show Las Vegas 1984

Jürgen Rupp beim Bunten Abend Show Las Vegas 1984

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